Direktion Einsatz/Verkehr

Die Direktion Einsatz/Verkehr ist die Direktion mit dem meisten Personal. Alle Abteilungen sind stadtweit tätig. Es gibt ca. 3.500 Mitarbeiter*innen und geht um die Bewätigung von besonderen Einsatzlagen. Hierbei handelt es sich um eine der Sonderdirektionen.

Die Direktion E/V war ehemals die Direktion Zentrale Aufgaben (DZA). Durch die Umstrukturierung sollte die Polizei fitter für die sog. Einsatzbewältigung werden. Es wurde alles zentralisiert, um landesweite Routinen und Standards zu schaffen. Bereiche wie das Einsatz- und Lagezentrum, die Einsatztaktik und Steuerung u.a. wurde in die neue Direktion Einsatz/Verkehr überführt. Auch sollten durch die Reform die örtlichen Direktionen entlastet werden, um die Polizeiarbeit vor Ort zu stärken.

Leitung: Stefan Katte

Die Einsatzhundertschaften der BPA unterstehen der Dir E/V. Deren Leiter ist Stephan Katte. Sein Vorgänger war Siegfried-Peter (“Locke”) Wulff. Katte ist seit 1987 bei der Polizei, war in Kreuzberg und Neukölln tätig, fuhr auch schonmal den Wasserwerfer. Er durchlief mehrere Weiterbildungen und Arbeitsstationen, z.B.: als Stabsbereichsleiter beim Polizeipräsidium und war zuvor (ab 2012) Abschnittsleiter beim (alten) Abschnitt 65 in Johannisthal. In der Funktion als Leiter der Dir E/V ist er bei fast allen polizeilichen Großeinsätzen der Verantwortliche, beispielsweise auch für den unbegründeten und gewaltsamen Angriff der Polizei auf die 1. Mai-Demo 2021. Katte führt die besonders wichtigen Einsätze. So z.B. wenn die Erwartung von Eskalation/Gewalt durch “die linke Szene” besteht. Dann kommt es teils zu kurzfristigen Wechseln der Einsatzleitung.

Adresse: Königstraße 5, 14163 Berlin-Zehlendorf

Aufbau

Die Dir E/V umfasst einen Direktionsstab, die Bereitschaftspolizeiabteilungen, die Wasserschutzpolizei, die Abteilung Verkehr, das Einsatztraining sowie die Zentrale EInsatz- & Videodokumentation.

Gliederung der Dir E/V.
Untergliederung der einzelnen Abteilungen.

Direktionsstab

Auch die Dir E/V hat einen Direktionsstab:

  • St FüU Führungsunterstützung
  • St 1 Einsatz
  • St 2 Führungs- und Einsatzmittel
  • St 3 Personal
  • St 4 Öffentlichkeitsarbeit, Prävention
  • St 5 Haushalt, Verwaltung
  • St IFSV Informationssicherheitsverantwortung

Bereitschaftspolizeiabteilungen

Zudem umfasst sie drei Bereitschaftspolizeiabteilungen (BPA):

  • 1. BPA
  • 2. BPA
  • 3. BPA

Zu den BPAs später mehr.

Wasserschutzpolizei

Die Dir E/V umfasst die Wasserschutzpolizei. Die WSP setzt sich zusammen aus Polizist*innen, die ganz normal bei der sog. Schutzpolizei ausgebildet wurden und dann mehrere Jahre lang auf den Abschnitten oder bei den Einsatzhundertschaften gearbeitet haben. Sie sind also nicht getrennt von der anderen Polizei zu betrachten oder vermeintlich “lieber”, sondern genauso im Korpsgeist verfangen. Nach “entsprechender Eignung” können sie zur WSP wechseln bzw. umbilden lassen.

Die Hauptaufgabe der Wasserschutzpolizei (WSP) liegt naturgemäß in der Überwachung diverser Gewässer und angrenzender Grundstücke. Dies reicht von Kontrollen nötiger Papiere von Freizeitkapitän*innen, Warnungen bzgl. dünnen Eises, übereifrige Angler*innen stressen, bis hin zu versammlungsrechtlichen Aufgaben (wobei diese wohl nur bei MediaSpree-Bootsblockaden wahrzunehmen wären). Ansonsten machen sie das, was Polizist*innen bekanntlich am besten beherrschen: Den Verkehr regeln. Hierfür gibt es rund 185 Beamt*innen, drei Wachen (Ost: 49, Mitte: 42, West: 59 Polizist*innen sowie die WSP Zentrale Vollzugsaufgaben mit den Streifendienst Kriminalitätsbekämpfung), 16 Streifenboote und vier zivile Wasserfahrzeuge (Stand 2019), die auf den Wasserstraßen festgelegte Reviere bestreifen. Allein 7 Boote sind in der Regel im Bereich Havel/Tegeler See unterwegs, die Zuteilung ist aber variabel.

Leiter: René Behrendt, früher einmal Leiter des berühmten Abschnitts 35 am Segelfliegerdamm in Johannisthal.

Adressen Wasserschutzpolizeiwachen:
Leitung und Wache Ost, Baumschulenstr. 1, 12437 Berlin-Treptow
Wache Mitte, Neues Ufer 1, 10553 Berlin-Moabit
Wache West & Reparaturanlagen, Mertensstrasse 140, 13587 Berlin-Spandau

Boot Seeschwalbe der WSP.

Weitere Abteilungen

Bei der Direktion Einsatz/Verkehr sind auch die Polizeihubschrauberstaffel, Diensthundestaffel und die Abteilung Verkehr hier angesiedelt. Außerdem gibt es das Einsatztraining und die Zentrale Einsatz- und Videodokumentation. Zu Polizeihubschrauber und Diensthunden.

Verkehr

Die Direktion Einsatz/Verkehr hat auch eine Abteilung Verkehr. Hier arbeiten ca. 1.100 Mitarbeiter*innen.

Es gibt sowohl hier als auch bei den einzelnen Direktionen Verkehrspolizeieinheiten. Im Unterschied zu den Direktionseinheiten, welche nur auf dem Direktionsgebiet aktiv sind, ist die Abteilung Verkehr berlinweit tätig.

Neben der schnöden Verkehrsregelei umfassen ihre Aufgaben eine Reihe von weiteren Punkten, wie z.B. die Überprüfung und Begleitung von Sonderverkehr (Schwer- und Gefahrguttransporte), die Steuerung des Verkehrsnetzes aus der Verkehrszentrale (An- und Ausknipsen von Ampeln) und die Überwachung der Berliner Stadtautobahn durch die Abteilungen des Autobahnpolizei. Kernaufgaben sind aber wohl die Begleitung wichtiger Gäste des Landes bzw. Bundes (Staatschefs und anderen unliebsame Gestalten), sowie die Absperrung diverser Großveranstaltungen, worunter natürlich auch Demonstrationen fallen. Hierbei arbeiten die verschiedenen Verkehrsdienste Hand in Hand.

Taktiken

Wenn im Rahmen eines größeren Polizeieinsatzes Straßen gesperrt werden, treten auch die Verkehrsdienste auf den Plan. Sie sollen den Verkehr weiträumig um den Einsatzort (z.B. Demonstration, Kundgebung, Räumungsaktion) herum dirigieren. In der Regel wird dies durch einzelne PKW, seltener auch per Motorrad erledigt. Dabei stellen die VkD oftmals die hinterste Linie der eingesetzten Polizeiarmada – und gleichzeitig die schwächste. Während Einheiten im Zentrum des Geschehens vorwiegend mit gepanzerten Fußtrupps und Fahrzeugen operieren, versehen die VkD ihren Dienst einzeln, in ungeschützten Fortbewegungsmitteln. Trotzdem verharren des Öfteren einzelne Verkehrsbullen seelenruhig, auch angesichts militanter Mobs, die im unmittelbaren Umfeld agieren. Noch mutigere Exemplare nehmen mit einigem Abstand sogar auf eigene Faust die Verfolgung der „Randalierer” auf – wobei sie selbstverständlich durchgängig am Funkgerät hängen, um uniformierte Schlägertrupps heran zu dirigieren. Diese Form des Heldentums findet allerdings ein jähes Ende, sobald sie feststellen müssen, dass sich direkte Aktionen im Zweifelsfall auch gegen sie richten können. Mit dem Wissen, konfrontative Situationen kaum unbeschadet zu überstehen, nehmen sie in der Regel schnell reißaus.

Adressen

Adresse Zentraler Verkehrsdienst, auch Abteilung Verkehr: Friesenstraße 16, 10965 Berlin-Kreuzberg

Adresse Autobahnpolizei, Buskontrolle: Rudolstädter Str. 83/85, 10713 Berlin-Wilmersdorf

Fernfahrerstammtisch (jeden 2. Mittwoch im Monat): Avus Motel, Halenseestr. 51, 14055 Berlin, an der A100 / A115, gegenüber dem Berliner ICC Messegelände

Zentrale Begleitschutz- und Verkehrskommandos (ZBVK)

Es gibt fünf Begleitschutz- und Verkehrskommandos (BVK), die z.B. auf dem Motorrad Staatsgäste begleiten und leiten. Sie überwachen zudem generell den Straßenverkehr durch mobile oder stationäre Kontrollen und sind für Veranstaltungen und Versammlungen zuständig sowie für Großraum- und Schwertransporte.

Dabei gibt es feste Formalia: 15 Kradfahrer*innen bei einem offiziellen Staatsbesuch durch Staatsoberhäupter, 7 bei einem inoffiziellen Besuch. 7 Kradfahrer*innan auch bei offiziellen Besuchen von Parlamentspräsident*innen und Regierungschef*innen, bei Arbeitsbesuchen 5. Auch 5 Kradfahrer*innen bei offiziellen Besuchen von Außenminister*innen, 3 bei Arbeitsbesuchen von Außenminister*innen und von anderen Fachminister*innen.

Fahrradstaffel

Seit 2014 gibt es auch eine Fahrradstaffel, die seit 2018 fest in der Direktion Einsatz/ Verkehr verankert ist. Sie umfasst 32 (geplant 50) Polizist*innen. Durch eine personelle Erweiterung durch den neuen Streifendienst Verkehrsüberwachung – Rad StrD VÜ Rad, bei den Direktionen 1-4, sind insgesamt nun 80 Polizist*innen im gesamten berliner Stadtgebiet im Einsatz.

Die Staffel bezweckt durch ihr Auftreten auf Augenhöhe mit den Radfahrer*innen Berlins besonders bürger*innennah zu sein. Tatsächlich ist es ihre Hauptaufgabe Verwarn- oder Bußgelder gegen Fahrradfahrer*innen auszusprechen. Neu ist auch das Vorgehen gegen E-Scooter. Zwar sollen sie grundsätzlich auch das Halten oder Parken von Pkws in zweiter Reihe, auf Radfahr- oder Schutzstreifen sowie Busspuren überwachen, allerdings sei es laut Angaben der Polizei eben schwierig, mit dem Fahrrad Autofahrer zu jagen, sodass in Statistiken unwesentlich mehr Verstöße durch Autos als durch Fahrräder verzeichnet sind. Neu ist, dass die Fahrrad-Cops auch zu Einsätzen eilen, von denen sie über Funk erfahren (bevorzugt zu schlecht mit dem Auto erreichbaren Orten wie Parks) und hierbei in diesem Jahr auch Festnahmen tätigten.

Es handelt sich bei der Fahrradstaffel um Streifenpolizist*innen, nur mit besonderer Uniform (neongelbe Westen, Funktionskleidung, Schussweste). Die Räder sind klassische sportliche Tourenräder mit Kettenschaltung. Es kommen auch Elektrofahrräder zum Einsatz, wobei die Tretunterstützung auf 25 km/h gedrosselt ist. Sie sind sieben Tage die Woche von 7 bis 22 Uhr unterwegs.

Technische Verkehrseinheit (TVE)

Es gibt die Technische Verkehrseinheit (TVE) für Geschwindigkeitsüberwachung.

Verkehrseinsatzzentrale / Verkehrsinformations- und Steuerungszentrale (VEZ)

Und die Verkehreinsatzzentrale/Verkehrsinformations- und Steuerungszentrale (VEZ) zur Steuerung des Funkverkehrs mit den Einsatzkräften aus der Abteilung Verkehr und von Einsatzkräften.

Verkehrssicherheitsdienst (VSD)

Außerdem gibt es den Verkehrssicherheitsdienst VSD. Dazu gehört die Autobahnpolizei, der Bereich Sonderverkehr sowie Fahndung und Ermittlung, der z.B. Krankenwagen, Taxen, Busse und Reisebusse kontrolliert, Verkehrsstraftaten ermittelt und die Verkehrslage erfasst.

Bußgeldstelle

Zur Abteilung Verkehr gehört auch eine Bußgeldstelle (BGSt). Diese bearbeitet sämtliche Verfahren zu Verkehrsordnungswidrigkeiten, z.B. das Abschleppen. Die bezirklichen Ordnungsämter sind jedoch für die Überwachung des ruhenden Verkehrs zuständig.

Adresse zur Akten- und Fotoeinsicht: Magazinstr. 5, 10179 Berlin-Mitte

Heute gibt die Polizei online an bestimmten Stellen für die Bußgeldstelle nur noch “12660 Berlin” an. Die Bußgeldstelle besitzt somit eine eigene Postleitzahl, vermutlich aufgrund des hohen Postaufkommens.

Was tun wenns brennt? Feuer an der Wache in der Magazinstraße im Dezember 2016. Auch wurde die Wache 2010 und 2019 mit Steinwürfen attackiert.